Kontrastmittel

Fragen und Antworten


Wozu braucht man Kontrastmittel?


Kontrastmittel werden bei Röntgenuntersuchungen eingesetzt, um Organe, die nur geringe Dichteunterschiede zu den umgebenden Geweben bzw. Organsystemen aufweisen, radiologisch besser sichtbar zu machen. Überdies können pathologische Prozesse in einzelnen Organen vom gesunden Gewebe besser unterschieden werden.
Kontrastmittel werden entweder oral oder rektal verabreicht oder injiziert. Die injizierbaren Kontrastmittel werden über einen venösen (=arteriellen) Zugang in den Blutkreislauf gebracht (= Infusion, Bolusinjektion).

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Haben Kontrastmittel Nebenwirkungen?


Oral applizierte Kontrastmittel wie Bariumsulfat werden vom Körper nicht aufgenommen und in unveränderter Form ausgeschieden. In Ausnahmefällen kann eine Stuhlverstopfung auftreten, der Sie allerdings durch reichliche Flüssigkeitszufuhr vorbeugen können. Wenn der Verdacht auf "Leckstellen" im Darmtrakt (Fistel, perforiertes Ulcus) besteht, dann dürfen Bariumsulfatsuspensionen nicht verwendet werden, da sie in der freien Bauchhöhle lebensbedrohliche Komplikationen verursachen können.
Bei einem Dickdarmröntgen (= Irrigoskopie) ist nach vorangegangener Biopsie der Darmschleimhaut stets ein Sicherheitsintervall von 14 Tagen zwischen Biopsie und Röntgenuntersuchung einzuhalten.
Die verwendete Luft oder das Kohlendioxyd können zu vorübergehendem Völlegefühl führen.
 Bei der Injektion oder Infusion von jodhaltigen Kontrastmitteln kann ein kurzzeitiges Hitzegefühl sowie ein bitterer Geschmack im Mund auftreten. Weitere Nebenwirkungen wie Hautrötung, Juckreiz oder Übelkeit sind bei den heute in Verwendung stehenden Kontrastmitteln äußerst selten, können jedoch auftreten. Es handelt sich hierbei um alle Stufen der allergischen Reaktion bis hin zum anaphylaktischen Schock mit möglicher Todesfolge. Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion haben ein erhöhtes Risiko von kontrastmittelinduziertem Nierenversagen. Selten kann es auch zu einer Schilddrüsenüberfunktion kommen. Aus diesen Gründen müssen Sie vor der Kontrastmittelapplikation eine Blutuntersuchung der Nieren und Schilddrüse durchführen lassen.
Die Nebenwirkungsrate ist bei gallegängigen, jodhaltigen Kontrastmitteln höher als bei solchen, die über die Niere ausgeschieden werden. Wir verabreichen sie daher nicht mehr.
 Bei den verabreichten Kontrastmitteln bei der MRT gilt das Gleiche wie für die jodhaltigen nierengängigen Kontrastmittel, wobei die Häufigkeit der Nebenwirkungen deutlich geringer ist.

 

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Wann kommen orale und rektale Kontrastmittel zum Einsatz?


Zur Untersuchung des Magen-Darmtraktes wird eine Bariumsulfatsuspension, die eine hohe Dichte aufweist, in Kombination mit einem negativen Kontrastmittel (Luft, CO2) oral/rektal verabreicht. 
Dabei erzeugt die Bariumsulfatsuspension einen "Beschlag" an der Schleimhaut. Das negative Kontrastmittel dient zur Entfaltung des Magen-Darmtraktes, wodurch eine Darstellung des Schleimhautreliefs ermöglicht wird. 
Bariumsulfatsuspension wird vom Körper nicht aufgenommen, die Ausscheidung erfolgt über den Darm. Nach Verabreichung von größeren Mengen dieses Kontrastmittels sollte ausreichend Flüssigkeit zugeführt werden, um Verstopfungen zu vermeiden. 
Bei Verdacht auf eine Perforation des Magens oder bei Verdacht auf Fremdkörper in der Speiseröhre wird bevorzugt jodhaltiges, injizierbares Kontrastmittel zur oralen Einnahme verwendet.
In der Computertomographie wird bei Untersuchungen des Abdomens (= Bauch) eine wenig dichte Bariumsulfatsuspension (500 bis 1000 ml) oral verabreicht, um eine Kontrastierung des gesamten Dünndarms und soweit möglich des Dickdarmes zu erzielen. Dadurch wird die Abgrenzbarkeit des Darmtraktes von pathologischen Prozessen im Bauchraum wie Tumoren oder Lymphknoten verbessert.
In der Magnetresonanztomographie des Bauches werden wasserlösliche Substanzen, die Eisenpartikel enthalten, zur Kontrastierung verwendet.

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Wann werden Kontrastmittel injiziert?

 

Injiziert werden jodhaltige Kontrastmittel. Die überwiegende Mehrzahl der verwendeten Präparate wird über die Niere ausgeschieden. Als Kontraindikation für eine Anwendung gilt neben einer Jodallergie demzufolge auch eine eingeschränkte Nierenfunktion. Jodhaltige Kontrastmittel werden neben der Injektion auch zur Füllung von Gangsystemen (= Galaktographie), der Gebärmutter und der Eileiter (= Hysterosalpingographie) oder von Fisteln verwendet.

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Gadoliniumhaltige Kontrastmittel


Gadolinium, ein Metall aus der Gruppe der Lanthaniden, wird als Chelatkomplex injiziert. Das ist vor allem bei der Bildgebung pathologischer Gewebe von Nutzen, da es dort zu einer vermehrten Anreicherung kommt.
Für die Untersuchung der Leber stehen verschiedene injizierbare Kontrastmittel zur Verfügung, die unterschiedlich zur Kontrastierung von Leberveränderungen beitragen.