Kontrastmittel

Allgemeines

Kontrastmittel werden bei Röntgenuntersuchungen eingesetzt, um Organe, welche nur geringe Dichteunterschiede zu den umgebenden Geweben / Organsystemen aufweisen, radiologisch besser sichtbar zu machen, bzw. um pathologische Prozesse in einzelnen Organen vom gesunden Gewebe besser differenzieren zu können.

Nach der Art ihrer Verabreichung unterscheidet man Kontrastmittel die oral / rektal verabreicht werden von injizierbaren Kontrastmitteln, welche über einen venösen (arteriellen) Zugang in den Blutkreislauf gebracht werden (Infusion, Bolusinjektion).

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Nebenwirkungen von Kontrastmitteln

Oral applizierte Kontrastmittel wie Bariumsulfat werden vom Körper nicht aufgenommen und in unveränderter Form ausgeschieden. In Ausnahmefällen kann eine Stuhlverstopfung auftreten, welcher durch reichliche Flüssigkeitszufuhr vorgebeugt werden kann. Bariumsulfatsuspensionen dürfen nicht verwendet werden, wenn der Verdacht auf "Leckstellen" im Darmtrakt (Fistel, perforiertes Ulcus) besteht. Bariumsulfatsuspension in der freien Bauchhöhle kann lebensbedrohliche Komplikationen verursachen. Bei Dickdarmröntgen (Irrigoskopie) ist nach vorangegangener Biopsie der Darmschleimhaut stets ein Sicherheitsintervall von 14 Tagen zwischen Biopsie und Röntgenuntersuchung einzuhalten.
Die verwendete Luft oder das Kohlendioxyd können zu vorübergehendem Völlegefühl führen.
Bei der Injektion / Infusion von jodhäligen Kontrastmitteln kann ein kurzzeitiges Hitzegefühl sowie ein bitterer Geschmack auftreten. Weitere Nebenwirkungen (Hautrötung, Juckreiz, Übelkeit) sind bei den heute in Verwendung stehenden Kontrastmitteln äußerst selten, können jedoch auftreten. Es handelt sich hierbei um alle Stufen der allergischen Reaktion bis hin zum anaphylaktischen Schock mit möglicherweise Todesfolge.

Die Nebenswirkungsrate ist bei gallegängigen jodhältigen Kontrastmitteln höher als bei über die Niere ausgeschiedenen.
Bei den i.v.- verabreichten Kontrastmitteln bei der MRT gilt das für die jodhältigen nierengängigen Kontrastmitteln gesagte, wobei die Häufigkeit der Nebenwirkungen noch deutlich geringer ist.

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Orale / rektale Kontrastmittel

Zur Untersuchung des Magen / Darmtraktes wird eine Bariumsulfatsuspension, welche eine hohe Dichte aufweist, in Kombination mit einem negativen Kontrastmittel (Luft, CO2) verwendet.
Dabei erzeugt die Bariumsulfatsuspension einen "Beschlag" an der Schleimhaut, das negative Kontrastmittel dient zur Entfaltung des Magen-Darmtraktes wodurch eine Darstellung des Schleimhautreliefs ermöglicht wird.
Bariumsulfatsuspension wird vom Körper nicht aufgenommen, die Ausscheidung erfolgt über den Darm. Nach Verabreichung von größeren Mengen dieses Kontrastmittels sollte ausreichend Flüssigkeit zugeführt werden, um Verstopfungen zu vermeiden.
Bei Verdacht auf eine Perforation des Magens oder bei Verdacht auf Fremdkörper in der Speiseröhre wird bevorzugt jodhältiges, injizierbares Kontrastmittel zur oralen Einnahme verwendet.

In der Computertomographie wird bei Untersuchungen des Abdomens eine wenig dichte Bariumsulfatsuspension (500 bis 1000 ml ) oral verabreicht, um eine Kontrastierung des gesammten Dünndarms und soweit möglich des Dickdarmes zu erzielen. Dadurch wird die Abgrenzbarkeit des Darmtraktes von pathologischen Prozessen im Bauchraum (Tumore, Lymphknoten etc. verbessert.

In der Magnetresonanztomographie des Abdomen werden wasserlösliche Substanzen, welche Eisenpartikel enthalten, zur Kontrastierung (in diesem Fall negative Kontrastierung = Signalauslöschung) verwendet.

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Injizierbare Kontrastmittel

Jodhältige Kontrastmittel

Es handelt sich um Derivate der Benzoesäure, an die drei Jodatome gebunden sind. Dabei bestimmen die chemischen Eigenschaften der am Benzolring gebundenen Seitenketten nicht nur das physikalisch- chemische Verhalten der Substanz (wie zum Beispiel die Wasserlöslichkeit oder das Fließverhalten der Lösung) sondern auch das biologische Verhalten.
Die überwiegende Mehrzahl der verwendeten Präparate wird über die Niere ausgeschieden. Als Kontraindikation für eine Anwendung gilt neben einer Jodallergie demzufolge auch eine höhergradige eingeschränkte Nierenfunktion.

Eine Sonderform der jodhältigen Kontrastmittel wird über die Leber verstoffwechselt und dient zur heute nur noch selten eingesetzten Darstellung der Gallenwege.

Neben der Injektion von jodhältigen Kontrastmitteln werden sie auch zur Füllung von Gangsystemen (Galaktographie), der Gebärmutter und Eileiter (Hysterosalpingographie) oder Fisteln verwendet.

Gadoliniumhältige Kontrastmittel

Gadolinium, ein Metall aus der Gruppe der Lanthaniden, wird als Chelatkomplex verabreicht. In pathologischen Geweben kommt es zu einer vermehrte Anreicherung, was bei der Bildgebung ausgenützt wird.
Für die Untersuchung der Leber stehen verschiedene injizierbare Kontrastmittel zur Verfügung, welche unterschiedlich zur Kontrastierung von Leberveränderungen beitragen.

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